Anja Lisa Baur

Zwielicht

Innenraum Collage
Kohlezeichnung 1
Kohlezeichnung 2

Dunkel und hell, laut und leise, unheimlich und heimelige, mein Raum vereinte all diese Eigenschaften. Mein Erinnerungsraum, unsere Garage in unserem alten Mehrfamilienhaus, konnte immer beides sein. Ein geschlossener Raum, der entweder durch eine alte, klapprige Holztür oder durch das grosse, grüne Garagentor betreten werden konnte. Wenn die kleine Glühbirne in der Mitte der Decke nicht brannte, konnte der Raum, in dem man nur Umrisse, des parkierten Autos oder der Fahrräder erkennen konnte schnell unheimlich wirken. Die einzige Lichtquelle waren dann die kleinen Fensterchen, ganz oben in dem grossen Garagentor. Wenn aber das Tor geöffnet wurde und das Sonnenlicht in den Raum hereinströmte, änderte sich die Stimmung des Raumes augenblicklich. Die Garage wurde zu einem positiven Ort. Ein Ort, in dem gebastelt und gespielt wurde. Ein Ort, an welchen man von einem Ausflug zurückkommt, man aus dem Auto steigt und sich zuhause fühlt. Es roch nach kühlem, nassen Beton, oft etwas modrig, aber es war ein vertrauter, ganz eigener Geruch. Oft konnte man auch kleine Staubpartikel in der Luft erkennen, je nachdem wie die Sonne stand. Auch befanden sich in der Garage ein grosser Tisch und ein altes, fast auseinanderfallendes Holzregal, auf welchen jegliche Dinge gelagert wurden. Es war kein ordentlicher Raum. Es war ein Ort, der zugleich unheimlich und vertraut war.

Papiermodell 1
Papiermodell 2 / Prozessbild
Gussmodell 1
Gussmodell 2 / Atmosphärisches Bild