Der Garten meiner Grosseltern war für mich ein besonderer Raum, fast wie eine eigene kleine Welt. Der Boden bestand aus glattem, warmem Beton, daneben breite grüne Rasenflächen, auf denen ich oft barfuss lief. Überall blühten Blumen in leuchtenden Farben, ein Durcheinander aus Rot, Gelb, Rosa und Violett. Es duftete intensiv nach Lavendel, nach feuchter Erde und diesem typischen Blumengeruch, den ich bis heute nicht vergessen habe. Die Luft war frisch, fast wie neu, und manchmal hatte ich das Gefühl, als würde der Garten selbst atmen. Es war nie richtig still. Ich hörte das Summen der Bienen, das Zwitschern der Vögel, das Gackern der Hühner vom Nachbarhof und manchmal das leise Rauschen des Fernsehers aus dem Haus. Der Garten war ein lebendiger Raum, voller Klang, Bewegung und Freiheit. Ich fühlte mich dort geborgen und gleichzeitig abenteuerlustig, weil es an jeder Ecke etwas Neues zu entdecken gab. Zwischen den Sträuchern standen bunte, verspielte Gartenzwerge, jeder mit einem eigenen Gesicht. Sie wirkten fast verzaubert und regten unsere Fantasie an. Manchmal legte ich mich ins Gras und schaute in den blauen Himmel oder nachts in den Sternenhimmel, wo die Sterne wie Diamanten funkelten. Selten war ich allein. Meistens war ich mit meiner Schwester und unserem Hund dort. Er rannte bellend durch den Garten, brachte Leben hinein und spielte mit uns, als wäre er selbst ein Kind. Der Garten war unser Spielplatz, voller Lachen, Magie und Kindheitserinnerungen, die ich nie vergessen werde.