Rahel Nina Kummli

Chamber

Innenraum Collage
Kohlezeichnung 1
Kohlezeichnung 2

Um möglichst nahe an der Alhambra in Granada zu sein, buchte mein Vater spontan ein Familienzimmer in einem Hotel, das in einem Reiseführer empfohlen wurde. Schon beim Betreten des Hotels überkam mich ein ungutes Gefühl. Ich erinnere mich noch sehr gut an das alte, heruntergekommene Hotelzimmer, das wir für eine Nacht bewohnten. Schon beim Öffnen der Hotelzimmertür fiel mir auf, wie zerkratzt diese war und wie die Farbe bereits abzublättern begann. Selbst die Türklinke schien jeden Moment abzufallen. Drinnen roch es nach abgestandener Luft, ein Geruch, der sich mit dem muffigen Teppich vermischte. Die alten, abgeschossenen Vorhänge und die mehr als spärliche Einrichtung liessen den Raum nicht einladender und das Hotelzimmer gleichzeitig kahl und ungemütlich wirken. Die 4 Betten aus Metall waren mit dünnen Matratzen ausgestattet. Sie standen in Reih und Glied an einer Wand und quietschten und knirschten bei jeder Bewegung, wie ein altes Musikinstrument. Im Badezimmer fehlte der Duschkopf und die Badewanne war von Rost überzogen. Sie hatte die besten Tage schon längst hinter sich. Als ich den Wasserhahn vom Lavabo aufdrehte, hielt ich plötzlich den ganzen Griff in der Hand. Das Wasser kam tröpfelnd, begleitet von einem dumpfen Gluckern. Als Kind fühlte ich mich dort überhaupt nicht wohl. Seit diesem Erlebnis, prüfen wir jede Hotelempfehlung doppelt.

Papiermodell 1
Papiermodell 2 / Prozessbild
Gussmodell 1
Gussmodell 2 / Atmosphärisches Bild