Der Raum war für mich wie ein warmer Kakao an einem frostigen Novembertag. Jedes Mal, wenn ich das Wohnzimmer unseres alten Hauses betrat, war da sofort diese selbstverständliche Geborgenheit. Nachdem man die schwere Holztüre geöffnet hatte, breitete sich der Raum langsam vor einem aus. Durch die Fenster fiel abends das orange Licht der Strassenlaternen, das durch die sich bewegenden Bäume zwischen der Laterne und dem Wohnzimmer, ein ruhiges Schattenspiel auf den Boden warfen. Der Korkboden unter den Füssen gab bei jedem Schritt leicht nach und jeder Schritt fühlte sich sanft und leise an. Wenn der Blick mach rechts auf die gegenüberliegende Seite von der Eingangstür wandert, stand dort das rote und etwas abgesessene Ledersofa, eingefasst von dem dunklen Perserteppich und den beiden alten Fenstern darüber. Ganz hinten im Raum verschmolz ein wandbreites Regal aus dunklem Holz mit einer kleinen Schiebetür in der Mitte. Hinter der Tür befand sich eine kleine Kammer, vor welcher ich als Kind panische Angst hatte. Allein hätte ich sie niemals betreten, und bis heute weiss ich nicht, was sich hinter dieser mystischen Tür verbarg. Doch das, was die Stimmung des Raumes am stärksten prägte, verbarg sich auf der linken Seite der Eingangstür, es war der imposante, grüne Kachelofen. Er spendete nicht nur physische Wärme, sondern wirkte für mich wie ein Seelenbalsam. Sein dumpfes Knistern legte sich wie ein sanfter Klangteppich in die Stille, vermischte sich mit dem Geruch von Holz, Harz und Leder und gab so dem Raum jene tiefe Geborgenheit, die ihn für mich so unvergesslich machte.