Ich öffne die Tür zum Wohnzimmer, und sofort legt sich ein vertrauter Geruch in die Luft. Holz und Staub hängen darin, schwer und warm zugleich, und schon in diesem Moment fühle ich mich zurückversetzt in all die Sommer meiner Kindheit. Durch die kleinen Fenster fällt nur wenig Licht, doch es reicht, um den Raum weich zu durchziehen. In den Strahlen schweben Staubpartikel, langsam, als hielten sie den Moment fest. Die Möbel stehen dicht beieinander. Sie nehmen viel Platz ein, wirken schwer und beständig, und doch sind sie weich und angenehm. Wenn ich mich hineinfallen lasse, geben sie nach, umschliessen mich beinahe und laden ein, zu bleiben. Unter meinen Füssen dämpft der Teppich die Schritte, sodass jede Bewegung leiser wird und der Raum in seiner Ruhe bestehen bleibt. Von draussen dringen leise Geräusche herein: Stimmen von Spaziergängern, das Rauschen der Strasse, manchmal das Pfeifen der alten Lokomotive. Alles klingt gedämpft, fast wie ein Echo von draussen, das den Raum sanft einbettet. Ich öffne die grünen Fensterläden, und sofort füllt eine kühle, klare Brise den Raum. Sie trägt den Geruch des Sees und der Reben mit sich, und für einen Augenblick vermischt sich draussen und drinnen, das Licht des Sommers mit der Schwere des Wohnzimmers. Der Raum verändert sich, wird heller, durchlässiger, beinahe offen, als wäre er selbst Teil der Landschaft. Hier verbringe ich die Stunden: am Tisch beim Spielen und Lachen oder im Sessel, wenn wir schweigend nebeneinandersitzen. Im Wechsel von Lebendigkeit und Ruhe entsteht ein Gefühl von Vertrautheit und Geborgenheit, das diesen Raum für mich einzigartig macht.